Flagellaten – Eine Krankheitsgeschichte

Posted by on 28. 09. 2011

Irgendwann musste es ja mal dazu kommen. Dass es allerdings noch im ersten Jahr passiert, damit hatte ich nicht gerechnet. Parasiten meldeten sich zu Wort. Aber ganz von vorne:

Nach dem ersten Umzug kamen die beiden Leguane in meinem Kinderzimmer unter. Dort bauten sie schon etwas ab und fraßen nicht mehr. Vermehrte Berichte über eine mögliche Sommerpause wiesen mich aber in die falsche Richtung, nämlich dass ich annahm, das Ganze werde schon wieder besser.
Dann kam der zweite Umzug in die neue Wohnung und etwas, das viel zu lange auf sich warten ließ: ein Besuch beim Tierarzt mit entsprechender Kotprobe. Diese wurde getestet und mit ganz viel Glück wurden die Flagellaten erkannt. Normalerweise werden diese häufig nicht nachgewiesen, weil sie in Schüben ausgeschieden werden bzw. ungleichmäßig innerhalb einer Probe verteilt sind. Zusätzlich muss diese Probe auch noch besonders frisch sein. Wir hatten nur eine ältere, trockene, winzig kleine Probe von Wanda (wo nichts gefressen wird, gibt’s auch nichts zum “ablegen”). Trotzdem wurden die Parasiten entdeckt und es gab auch gleich die passende Behandlung inklusive zwei weiterer Spritzen, die wir nach einer Woche selbst verabreichen sollten.
Also ab nach Hause und spontan ein Quarantänebecken gekauft (das ist schon fast eine Geschichte für sich, und sprengt hier den Rahmen). Die Beleuchtung wurde mehr schlecht als recht installiert, bringt aber das Terrarium auf die passenden Temperaturen. Außerdem gab’s dazu noch eine Höhle und ein paar Steine als Einrichtung. Von Einrichtungsgegenständen sollte in Quarantänebecken zwar abgesehen werden, wenn diese nicht jeden Tag desinfiziert und gereinigt werden können, aber in unserem Fall können wir die gesamte Einrichtung für 1 Stunde bei 100°C in den Ofen packen und somit desinfizieren. Das funktioniert wohl bei Flagellaten, aber Vorsicht: nicht alle Parasiten bzw. deren Eier können so komplett unschädlich gemacht werden.
Um die beiden Leguane wieder fit zu bekommen, haben wir von der Ärztin noch eine Tube Bene-Bac(R) bekommen, um die Mundfauna wieder zu stabilisieren. Außerdem sollten wir die beiden mit Babybrei (püriertes Rind) aus einer Spritze füttern.

Das ist ein paar Tage her. Es hat sich inzwischen einiges getan, aber das wird in späteren Posts nachgereicht. Zum vorläufigen Abschluss gibt’s die beiden Patienten in ihrem derzeitigen Zuhause, zusammen mit einer Heuschrecke, die leider völlig ignoriert wird.

Nachtrag 26.09.2012: Nun ist das Ganze schon sehr lange her und mir sind nicht mehr alle Details geläufig, daher nur noch schnell dieser Nachtrag. Die Quarantäne und die zugehörige Behandlung waren erfolgreich. Die Flagellaten konnten in Kotproben nicht mehr nachgewiesen werden. Trotzdem wollten die beiden nicht wieder ordentlich anfangen zu fressen. Nach einiger Zeit hatten wir sie dann aber soweit, dass die Tierärztin ihr OK für eine verkürzte Überwinterung gab. Danach war wieder alles bestens und die beiden haben gern und viel gefressen.

 

 

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